A. Messleistungen

(1) Messung der Radonkonzentration

a) Luft
in Räumen oder im Freien als
- mittelfristige und Langzeitmessungen mit Durchschnittswert
passive Messungen mit Dosimeter, Elektrete.
- kurz bis mittelfristige Messungen mit Tagesgangkurven
aktive Messungen mit Radonmonitoren unter Berücksichtigung von Einflussfaktoren wie
Jahreszeit/Witterungseinflüssen, des Luftwechsels, der Temperatur.

b) Wasser
aus sorgsam vor Ort direkt genommenen bzw. geschickten Proben

c) Boden
in Abhängigkeit von
- der örtlichen und jahreszeitlichen Messbedingungen sowie
- den spezifischen Bodeneigenschaften (in mind. 1 m Tiefe, Ausschluss von Falschlufteinfluss
Ermittlung der Sättigungskonzentration.)
Hinweis:  Die Radonkonzentration im Boden ist zur Beurteilung bzw.
zur Auswahl des Radonschutzes für ein Gebäude nicht geeignet.
Dieser sehr unsichere, variable Messwert hat aus unserer Sicht
praktisch keine Bedeutung mehr.

(2) Ermittlung der Radon- und Thoronexhalation aus Oberflächen

a) Bauelementen
wie Wände, Fußbodenaufbauten

b) Baustoffen
wie Natursteinplatten, Betonelementen, Mauerwerk, Estrich, Dämmstoffe, Lehm
unter Beachtung von      - Oberflächenrauhigkeit (poliert, aufgeraut, versiegelt, …)
-  Temperatureinflüssen wie Wand- oder Fußbodenheizung

(3) Ermittlung der Radon- und Thoronproduktion von Stoffen

a) Böden
für Ermittlung der Radon-, Thoronlast aus dem Boden auf Gebäude

b) Massenbaustoffen und Schüttgüter
notwendig für Radon-, Thoronfreisetzung z.B. Dämmschüttungen, Granulate, Blähtone

c) Bauelemente
wie Beton, Estrich, Dämmstoffe, Putze, Ziegel

(4) Messung und Ermittlung weiterer Daten und Kennwerte

a) Diffusionskoeffizienten
- erforderlich für Beurteilung der Diffusion aus bzw. durch Baustoffe;
- für unterschiedliche Materialdicken bzw. Oberflächenbeschichtungen.

b) effektive spezifische Radium- bzw. Thoriumaktivität
unter Beachtung von Dichte, Feuchte, Temperatureinfluss.

c) Gammastrahlungsmessungen
in Abhängigkeit von Größe des Messfeldes in verschiedenen Rastergrößen,
als ODL-Messung oder auf Oberfläche.

B. Planungs- und Gutachterleistungen

(5) Planungsleistungen zum bautechnischen Radonschutz

a) Nachweis des Radonschutzes
- auf Basis der Materialkennwerte, Gebäudedaten und Nutzungsvorgaben
- Einhaltung Planungszielwert <100 Bq/m³ mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung
- weitere Minimierung der Radonkonzentration durch bautechnische Maßnahmen; oder:
- Nachweis, dass Planungszielwert nicht erreicht werden kann und
- Ermittlung des minimal erreichbaren Sollwertes in Abstimmung mit Bauherrn

b) Aufstellung des Leistungsverzeichnisses (LV)
- als eigenständige gesonderte Position
- als Zuarbeit für Architekten
Die Praxis zeigt, dass vorteilhaft mit angeboten werden können:
- Feuchteschutz (gegenüber Erdreich, in Nassräumen usw.)
- gesamter weiterer Fußbodenaufbau bis OF Estrich

c) Baubegleitung
sowie (sofern sie nicht vom Planer erfolgt):
- Koordinierung mit anderen Gewerken (Rohbau, Estrich, Heizung, Lüftung, …);
- Bauüberwachung;
- Abnahme der Leistungen zum Radonschutz.

d) Nachweis des Planungszielwertes
mit Endmessungen unter Beachtung der Planungsvorgaben
des vorhandenen und vorgegebenen Luftwechsels:
- kurz vor Übergabe des Bauwerkes,
- Kontrollmessungen in größeren Zeitabschnitten.

(6) Ermittlung von Raum-, Gebäudekennwerten, Gutachten

a) tatsächliche natürliche Luftwechselrate
- in einzelnen kleinen Räumen bis großen Raumgruppen;
- unter Nutzungs- oder gesonderten Prüfbedingungen.
kann auch in Kombination mit Blowerdoor-Messungen erfolgen.

b) tatsächliche Radonexhalation
- aus bestimmten Bauelementen bzw. aus dem Erdreich
- aus der Oberfläche von Räumen bzw. Raumgruppen

c) Prüfung von Bodenplatten auf Luftdichtheit gegenüber dem Erdreich


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